3er-Kette steht für 3 Tore
zurück

3er-Kette steht für 3 Tore

Der FCW gewinnt sein erstes Heimspiel der Saison 26/27 souverän mit 3:0 gegen den FC Greifensee und belohnt sich für eine starke erste Halbzeit. Pascal Dietz überzeugt dabei überraschend – oder eben doch nicht – als Libero.

Nach dem spektakulären Comeback in Gossau und dem dortigen 0:3-Rückstand, den der FCW nach einer taktischen Umstellung noch in ein 4:4 verwandelte, war die Frage vor dem ersten Heimspiel der neuen Saison durchaus erlaubt: Bleibt Trainer Sokol Maliqui der Viererkette treu oder hat ihn die Dreierkette endgültig überzeugt? Die Antwort folgte bereits mit dem Anpfiff. Maliqui liess seine Mannschaft gegen den FC Greifensee direkt zu Beginn mit drei Verteidigern auflaufen.

Was für Kenner der ersten Mannschaft zwar etwas erstaunlich, gleichzeitig aber auch nicht wirklich überraschend war: Pascal Dietz bekleidete dabei die Position des Liberos neben Huss und Zizou. Und nach 90 Minuten darf durchaus festgehalten werden, dass sich Dietz auf dieser ungewohnten Position keineswegs verstecken musste. Im Gegenteil: Er verkaufte sich so gut, dass man sich durchaus fragen darf, ob hier nicht gerade eine weitere taktische Option für die Saison entstanden ist.

Die erste Halbzeit gehörte dann eindeutig den Hausherren. Der FCW kombinierte sich durch sämtliche Reihen und fand immer wieder den Weg bis an den Greifenseer Strafraum. Bereits in der 8. Minute hätte Robin Wüst seine Mannschaft in Führung bringen können, scheiterte jedoch mit einer 100-prozentigen Chance am gegnerischen Keeper.

Greifensee seinerseits versuchte es hauptsächlich über Konter. Wirklich Zählbares sprang dabei allerdings nicht heraus. Nach rund 15 Minuten landete ein Ball zwar am Aluminium – wobei Däruu offenbar bereits alles im Griff gehabt hätte, wäre das Ding tatsächlich eingeschlagen. Man darf es also getrost unter «Gefahr erkannt, Gefahr gebannt» verbuchen.

Dann war es endlich so weit: Der FCW belohnte sich für seine Überlegenheit mit dem 1:0. Ausgangspunkt war ein Freistoss aus rund 22 Metern. Toma versuchte es zunächst – zugegebenermassen eher schwach – direkt und blieb an der gestellten Mauer hängen. Josh setzte nach, eroberte den Ball zurück und bewies anschliessend genau die nötige Ruhe. Zusammen mit Oehni spielte er einen kurzen Doppelpass, suchte sich den Weg vorbei an der Mauer und schob das Leder gekonnt in die linke untere Ecke. Bravo!

Der FCW drückte weiter und kam bis zum Pausentee noch zu zwei, drei guten Möglichkeiten. Mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss hätte man sich über ein 3:0 zur Pause definitiv nicht beschweren können. So blieb es bei der knappen, aber hochverdienten Führung.

In der zweiten Halbzeit flachte die Partie etwas ab. Über längere Zeit war nicht wirklich abzusehen, auf welche Seite die Partie kippen würde. Der FCW hatte das Spiel zwar im Griff, versäumte es aber, frühzeitig den Deckel draufzumachen. So blieb beim Zuschauer bis weit in die zweite Halbzeit hinein die leise Sorge, dass ein einziger Greifenseer Konter plötzlich alles wieder auf den Kopf stellen könnte.

In der 72. Minute erlöste der Schiedsrichter – zumindest schien es den Zuschauern so – die Anwesenden dann von diesem Leiden. Nach einem Foul des Greifenseer Keepers an Tobi Meli zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Penalty für den FCW und damit die grosse Chance auf das 2:0.

Doch als Capitano Robin Oehninger den Ball in die Hand nahm, dürften sich die Gefühle auf den Rängen wieder etwas gespalten haben. Ein kleiner Spass. Denn Oehni hatte zuletzt eine Penaltyquote von ca. 70 Prozent – und offenbar hatte er sich vorgenommen, diese Statistik nicht weiter zu verschlechtern. Souverän verwandelte er den Ball in die rechte untere Ecke und erhöhte auf 2:0.

Damit war der FCW wieder zielstrebiger auf dem Weg zum ersten Saisonsieg. Die Gäste versuchten zunehmend, das Spiel auch verbal zu beeinflussen. Doch weder die Wiesendanger noch der Unparteiische liessen sich davon aus der Ruhe bringen.

In der 82. Minute war es dann endgültig vorbei mit Hoffen, Bangen und Rechnen. Der FCW schnürte den Sack zu und erhöhte auf 3:0. Erneut war es Robin Oehninger, der «töpfte», und wieder durfte sich Josh Toma einen Assistpunkt gutschreiben lassen. Diesmal war die Kombination allerdings weniger eine Augenweide als vielmehr Ausdruck des unbedingten Willens, hier noch einen weiteren Treffer zu erzielen. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatte auch der eingewechselte Pascal Unterberger, der über den linken Flügel nochmals ordentlich Druck machte.

Der FCW gewann damit verdient sein erstes Heimspiel der Saison 26/27 auf dem heimischen Rietsamen. Vor allem aufgrund der starken ersten Halbzeit war der Sieg gegen den FC Greifensee absolut verdient. Und während Trainer Sokol Maliqui mittlerweile offensichtlich nicht mehr der einzige ist, der Gefallen an der Dreierkette gefunden hat, scheint sich auch beim Rest des Teams langsam eine gewisse Begeisterung für die neue Formation breit zu machen. Zuschauer und Spieler wirken zunehmend zuversichtlicher mit dem System.

Und die Zahlen geben dieser Euphorie zumindest vorerst durchaus recht: In den letzten drei Halbzeiten, in denen der FCW mit Dreierkette auftrat, erzielte Wiesendangen satte sieben Tore und kassierte gerade einmal eines. 7:1 in drei Halbzeiten – Chapeau!

Nach dem verrückten 4:4 in Gossau folgte nun also der erste Heimsieg. Die Dreierkette scheint sich langsam, aber sicher zum neuen Lieblingskind des FCW zu entwickeln. Ob Sokol Maliqui damit einen taktischen Volltreffer gelandet hat, wird sich noch zeigen. Die letzten drei Halbzeiten sprechen allerdings eine ziemlich deutliche Sprache.

YN aus W

Star man: Joshua Toma und Robin Oehninger kreierten das Spiel in der Offensive und beteiligten sich beidesamt an mind. 2 der 3 Tore. Ebenfalls zu erwähnen; Pascal Dietz, der mit seiner Physis und Spielintelligenz als hinterster Mann nichts anbrennen lies und die Partie souverän “herunterrüttelte”.