Der FCW war gleich zweimal innert drei Tagen auf dem Rietsamen im Einsatz. Am Samstag gab er gegen den Leader aus Veltheim erst eine 2:0-Führung aus der Hand, ehe er im Cup-Nachholspiel am Dienstag Bassersdorf schliesslich deutlich mit 4:1 bezwang, um ins Achtelfinale vorzustossen.
FCW 2:4 SC Veltheim (MS)
Nach rund 80 Minuten scheinbar komfortabel in Führung, zehn Minuten später im Elend: Was sich am vergangenen Samstag auf dem Rietsamen aus Wiesendanger Sicht abspielte, war an ungewollter Dramatik kaum zu überbieten. "Wir müssen", sagte hinterher Trainer Sokol Maliqi, "in diesen Situationen einfach cleverer werden". Doch er fügte auch bei, dass aufgrund der aktuellen personellen Situation beim FCW beim Gegner auch mehr Spieler mit einer gewissen Reife auf dem Platz stünden. Gewiss, vier Gegentore in neun Minuten sind für jede Elf zu viel – zumal deren drei über Standards fielen. Doch was wollte man einem FCW ernsthaft vorwerfen, der zuvor dem dritten Tor lange näher stand als der Leader dem Anschlusstreffer?
Überschattet wurde das ganze von einer schweren Knieverletzung Fabian Melis kurz nach Anpfiff, dessen Behandlung einen rund halbstündigen Unterbruch nach sich zog. An dieser Stelle wünschen wir Fabi alles, alles Gute und eine möglichst schnelle Genesung! Ohne Meli auf dem Platz – Tobi bekanntlich seit Wochen ebenfalls verletzungsbedingt abwesend – ging der FCW mit seiner zweiten ernsthaften Offensivaktion kurz vor der Pause über Robin Oehninger – nach starker Vorarbeit des auffälligen Josh Tomas – in Führung. Er hatte bis dahin wenig Zwingendes herausgespielt, doch auf dem nassen und rutschigen Geläuf eine kämpferische Darbietung abgeliefert. Abgerundet wurde der erste Durchgang durch den Auftritt eines herrenlosen Hundes, der erst durch Oehningers Intervention vom Spielgerät getrennt werden konnte …
Als dann nach einer runden Stunde Cerin Palladino von rechts auf Josh Toma zurücklegte und dieser zum 2:0 einschoss, schien der Derbysieg für den dezimierten FCW doch tatsächlich Tatsache zu werden. Dass ihm dieser in den letzten zehn Minuten regelrecht aus den Händen gerissen wurde, war ärgerlich. Gleichwohl merkte aber auch Maliqi an, dass seine Mannschaft "an diesem Ausgang wachsen wird". Er sei mit der Leistung grundsätzlich zufrieden gewesen.
FCW 4:1 Bassersdorf (Cup)
Bereits am Dienstag empfing der FCW alsdann zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit Bassersdorf auf dem Rietsamen – diesmal im Rahmen der dritten Cup-Runde. Auch hier musste zuerst mal eine Hiobsbotschaft verdaut werden, als Deny Huber beim Einlaufen forfait erklären musste. Was in den 90 Minuten darauf folgte, war aber eine sehr ordentliche Wiesendanger Darbietung, mal abgesehen von einer rund 20-minütigen Phase nach der Pause, in der man temporär die Kontrolle über das Geschehen verloren hatte. Vor dem Seitenwechsel hatte der Gast keine einzige gefährliche Offensivszene verzeichnet. Dank einem Eigentor nach Trecek-Freistoss von rechts ging es mit einer verdienten Führung in die Pause, die man eben im Anschluss an diese fast verspielte.
Umso wichtiger war der Zeitpunkt des zweiten Treffers, als John Leu einen weiteren starken Standard von Luki Trecek – ein Freistoss nahe an der Cornerflagge – per Kopf verwertete. Im Anschluss spielte sich der FCW fast in einen kleinen Rausch, hätte etwa der starke Sharon Schäffeler ein Tor verdient – sah aber einen Versuch nach starker Einzelaktion an die Torumrandung fliegen. Später sollte auch Cerin Palladino noch Aluminium treffen. Mit einer seiner ersten Ballberührungen bediente derweil Pipo Gfeller mit einer Massflanke Samuel Misteli, der per Kopf zum 3:0 verantwortlich zeichnete. Nach einem erfolgreich verwandelten Elfmeter von "Bassi" setzte schliesslich der eingewechselte Dalibor Josavac den Schlusspunkt unter einen erfolgreichen Cupabend, als er Josh Tomas Querpass zum 4:1 nutzte. Im Achtelfinale wartet nun das neu formierte Winterthur United (3. Liga, einst "Eisenbahner") auf den FCW.
Ramon Fritschi
Star man vs. Veltheim: Josh Toma mit zwei Torbeteiligungen und einer starken Darbietung.
Star man vs. Bassersdorf: Sharon Schäffeler, vor allem im zweiten Durchgang. Es fehlte eigentlich nur ein Tor.
Das gab zu reden I: FABI – toi toi toi! Danke auch an den SCV und dessen Vertreter für die lieben Genesungswünsche.
Das gab zu reden II: Der Zustand unseres Hauptplatzes. Mehr Everglades denn Wembley-Rasen.
Das gab zu reden III: Hoher Besuch aus Zürich im Derby gegen Veltheim von einem Abgeordneten des Fussballpodcasts "Dritte Halbzeit". Danke für's Vorbeischauen, Thomas! Wir freuen uns auf eine Rückkehr bei angenehmeren Bedingungen.
Das gab zu reden IV: Who let the dogs out? Ist falsch zu sagen, dass es derlei wohl nur auf dem Land gibt? Der herrenlose Hund im Derby entlockte jedenfalls so manchen Schmunzler – wurde in der Folge aber wieder erfolgreich dem Halter übergeben.
