Im Gegensatz zur Ligapartie in Niederweningen machte der FCW am Freitagabend in der zweiten Runde des Regiocups kurzen Prozess: Der FC Diessenhofen wurde – auch in der Höhe verdient – mit 4:0 bezwungen.
Gewiss, so mancher in der anwesenden Wiesendanger Fangemeinde mochte sich nach dem 2:0-Halbzeitstand gedacht haben, das Spiel sei wohl noch nicht entschieden: Zu frisch waren die Erinnerungen an die Vorwoche, als man gar einen Dreitore-Vorsprung im zweiten Durchgang fast noch verspielte. Diese Gefahr bestand an diesem angenehmen Spätsommerabend nie wirklich. Nur einmal beim Stand von 1:0 und einem seltenen Fehler von Simon Ehrensperger lief ein Spieler der Heimequipe allein auf Dario Zgraggen zu, verzog aber – während sich "Zwei"-Mann Ehrensperger im Anschluss wieder fing. Zu seriös nahm der FCW die Aufgabe beim 3.-Ligisten wahr, was auch keiner Überraschung gleichkam; Man weiss aus Erfahrungen sowohl mit dem Fanionteam als auch mit dem "Zwei", was einen im Thurgau jeweils erwartet.
"Es war", durfte hinterher also Trainer Sokol Maliqi bilanzieren, "eine solide Vorstellung". Er stellt auch fest, "dass die vermehrten Elfmeter kein Zufall sind, unsere Präsenz im Strafraum hat sich enorm verbessert". Worauf er anspielt: Schon nach fünf Minuten wurde Kiano Fries im Strafraum gefällt, Tobi Meli verwandelte souverän zur frühen Führung. Auch in dieser Disziplin scheint sich der FCW gesteigert zu haben, nachdem die Erfolgsquote vom Punkt in der vergangenen Saison ein mittleres Trauerspiel gewesen war … Pascal Unterbergers strammer Schuss aus rund 25 Metern zum 2:0 nach einer runden halben Stunde roch dann schon etwas nach Vorentscheidung – doch nach den Erfahrungen in Niederweningen "war das Credo zur Pause, den Gegner nicht zurückkommen zu lassen, sondern mit dem dritten Tor endgültig auszuschalten", wie es Maliqi formulierte.
Den Gefallen taten ihm dann die Diessenhofer Hintermannschaft gleich selbst: In einer kuriosen Szene schossen sich zwei Spieler selbst an, und der Ball landete im Tor. In der Folge verwaltete der FCW das Geschehen souverän, bevor Fabi Meli eine gute Tagesleistung mit einem schönen Distanzschuss krönte, der sich ins Tor zum Schlussresultat senkte. "Wir müssen", gab aber Maliqi zu bedenken, "das Ganze richtig einordnen". Denn: "Wir wissen nicht, wie sich die Partie entwickelt hätte, wäre das 1:1 gefallen", so der 44-jährige. Es darf also gesagt werden, der FCW sei definitiv in der Saison angekommen, und gleichsam ist jedem bewusst, dass keine Partie zum Schaulaufen wird – auch nicht ein 4:0-Erfolg im Cup. Die Basis für eine englische Woche mit dem Derby gegen Oberwinterthur und der Reise zum nächsten Aufsteiger aus Pfäffikon ist also gelegt, zumal sich die Personalsituation mit einigen Rückkehrern entspannt zu haben scheint, obschon noch einige wichtige Akteure fehlen, und etwa einer wie Josh Toma spontan erkrankt forfait geben musste.
Bevor er die Heimreise antrat, wollte Maliqi noch eine Thematik betont haben: "Wir kompensieren Ausfälle unterdessen sehr gut, aber auch dank der Unterstützung der zweiten Mannschaft – die Zusammenarbeit mit dem "Zwei" ist wirklich hervorragend", so der Trainer. Auch dies gehört zur erhofften positiven Entwicklung in seinem zweiten Jahr, das von mehr Konstanz geprägt sein soll. Der Grundstein dafür ist gelegt – jetzt gilt es, das erste Derby der Saison genauso konzentriert anzugehen wie dieser Auftritt am Freitagabend.
Ramon Fritschi
Star man: Fabi Meli. Der Captain für den Tag, da Robin Oehninger vorerst auf der Bank sass, ging als solcher voran: Beherrschte das Mittelfeld, diesmal mit Manu Asper neben sich, da Josh Toma erkrankt war. Er krönte seine Darbietung mit einem schönen Treffer zum Schlussresultat. Sein Bruder Tobi derweil erzielte sein bereits drittes Saisontor. Der Autor hatte vor dem Start in die neue Spielzeit eine zweistellige Anzahl gefordert – auch dieser Grundstein scheint gelegt …
Das gab zu reden: Die 2. Cuprunde scheint dem FCW zu behagen – vor einem Jahr ein 5:0 in Greifensee, nun ein 4:0 in Diessenhofen.
Telegramm: Diessenhofen 0:4 FCW (0:2)
FVRZ-Regiocup, 2. Runde
Prakerwiese – 150 Zuschauer
Tore: 5. T. Meli (P), 34. Unterberger, 50. (Eigentor), 73. F. Meli 0:4.
FCW: Zgraggen – Grabo, Ehrensperger, Fresneda (79. Huss) – Fries, F. Meli, Asper (62. Osta), Trecek – T. Meli (75. Dimitrakis), Wüst (62. Schäffeler), Unterberger (72. Oehninger).
Bemerkungen: FCW ohne Misteli, P.Dietz, C.Dietz, Huber (alle verletzt), Toma (krank) und Palladino (abwesend). – Startelf-Debüt im "Eins" für Manuel Asper.
