Cup: Ticket nach Kloten gebucht – last minute …
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Cup: Ticket nach Kloten gebucht – last minute …

Der FCW steht erstmals seit 2022 wieder im Finale des Regiocups: Er bezwingt am Dienstagabend den 4.-Ligisten Uitikon – mal wieder – im Elfmeterschiessen.

Am Ende von 90 aufreibenden Minuten und einem Penaltyschiessen, das an Dramatik kaum zu überbieten war, stand einfach mal der Umstand, dass der FCW sein Tagesziel am Fusse des Uetlibergs erreicht hatte: Das Ticket zum Cupfinal in Kloten vom Pfingstsamstag war gelöst. Gleichbedeutend ist es mit dem sicheren Erreichen der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups Mitte August – noch 2022 war diese Regelung nicht in Kraft.

So gross die Erleichterung dann bei den Wiesendangern und ihrer zahlreich mitgereisten Fangemeinde war, so sehr war auch zu spüren, dass niemand so recht zufrieden war mit dem Dargebotenen. Zur Erinnerung: Uitikon hatte zwar auf dem Weg ins Halbfinale ausschliesslich 2.- und 3.-Ligisten aus dem Wettbewerb geworfen – aber allesamt Equipen, die weniger stark einzustufen sind als der FCW. Dass man nun zum dritten Mal in Folge gegen einen Unterklassigen ein Elfmeterschiessen brauchte, um die Sache zu seinen Gunsten zu lenken, war selbstverschuldet. Gewiss, eine Augenweide war nicht, was die Gäste darboten. Doch es waren genügend Chancen vorhanden, um die Partie frühzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken – gerade über Standardsituationen.

Dass man nach einem soliden und konzentrierten Beginn auf dem engen Kunstrasen schrittweise nachliess und Teil eines Spiels wurde, das von schnellen, aber zumeist unsauber konzertierten Gegenstössen geprägt war, spielte Uitikon sicherlich in die Karten. Und es war gar zu sagen, die Zürcher hätten im ersten Durchgang die beste Gelegenheit ausgelassen – einen Kopfball, der am Querbalken landete. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der FCW zwar bemüht, scheiterte aber zu oft an eigenem Unvermögen: Ob ein unsauberer letzter Pass oder ein Abschluss, der das Ziel verfehlte – es mangelte jeweils an letzter Überzeugung und Konsequenz.

So war ein weiteres Penaltyschiessen Tatsache, und dieses bediente sich der vollständigen Hitchcock-Klaviatur: Die erste kuriose Szene ereignete sich, nachdem für den FCW Fresneda und Nobs sowie auch beide Heimschützen getroffen hatten. Der dritte Versuch des FCU landete via Latte am Boden und kullerte schliesslich noch ins Tor – nachdem Keeper Dario Zgraggen wie manch anderer schon davon ausgegangen war, der Abschluss sei gescheitert. Wer jetzt dachte, der psychologische Vorteil läge beim Underdog, sah sich getäuscht: Trecek und Oehninger trafen beim FCW souverän, während einer der Heimschützen seinen Penalty erneut am Querbalken abprallen sah – diesmal ohne Wende.

Zum fünften, dem "golden Penalty" trat – wie schon im Achtelfinale – Gian Meili an. Und hier fand das Drama seine Fortsetzung: Der Versuch wurde vom gegnerischen Hüter zwar problemlos pariert, doch dieser hatte sich zu früh von der Linie bewegt. Es folgte die fällige Wiederholung, und diesmal verwandelte Meili souverän zum vielumjubelten Finaleinzug. Hinterher durfte also ein erleichterter Sokol Maliqi berichten, "dass es alles in allem ein verdienter Einzug ins Finale ist, selbst wenn es heute eng war". Und fügte an, es sei halt kaum Zufall, wiederholt im Elfmeterschiessen solche "Nervenstärke zu behalten". Gleichwohl ist auch dem Trainer bewusst, dass in den nächsten Wochen in der Meisterschaft und im Abstiegskampf "eine deutliche Steigerung vonnöten ist". Auch im Finale gegen ein starkes Regensdorf wird ein anderer Auftritt gefordert sein.

Ramon Fritschi

Star manDie kollektive Penaltystärke des FCW im Cup. Ja, Glück mag Teil davon sein, aber die Nervenstärke vom Punkt in drei aufeinanderfolgenden Cup-Partien ist doch beeindruckend.

Das gab zu reden: Eine würdige Kulisse für ein Cup-Halbfinale mit lautstarken Zuschauern auf beiden Seiten. Darunter als stiller Beobachter: Martin Brunner, seines Zeichens einstiger Torhüter der Grasshoppers sowie der Schweizer Nationalmannschaft.

Telegramm: Uitikon 0:0 FCW, 4:5 n.P.

FVRZ-Regiocup, Halbfinale

Sürenloh Kunstrasen, 360 Zuschauer (rund Hälfte aus W.)

Tore: Fehlanzeige

Elfmeterschiessen: Für W. treffen alle Schützen – Fresneda, Nobs, Trecek, Oehninger & Meili (im 2. Versuch).

Anmerkung: Fresneda im Finale gesperrt (2. Verwarnung im Wettbewerb).

Finale: Pfingstsamstag, 23. Mai, 17:00, Stighag Kloten: FCW – Regensdorf.

Erste Hauptrunde Schweizer Cup 2026/27: Am Wochenende vom 15. August 2026. Der FCW sowie Regensdorf sind als Regiocup-Finalisten automatisch qualifiziert.