Deny, Daddy Cool!
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Deny, Daddy Cool!

Der FCW erkämpft sich am Dienstagabend gegen Herrliberg einen späten, aber nicht unverdienten Punkt dank eines späten Tores des frischgebackenen Vaters Deny Huber.

Es lief bereits die Schlussphase auf dem Rietsamen, als der FCW zu seinen grössten Ausgleichschancen kam. Schon eine Volleyabnahme von Gian Meili wurde noch im letzten Moment zu einer Ecke abgelenkt, doch gegen Deny Hubers Abschluss nach einem weiteren Eckball hatte der Herrliberger Keeper keine Chance mehr. Noch selten wurde ein später Punktgewinn ähnlich frenetisch bejubelt – nicht minder von den zahlreich präsenten Beobachtern aus Veltheim, die am Samstag nach Herrliberg reisen.

Zu sagen war hinterher, der Ausgleich sei logische Konsequenz davon, dass die Gäste ihre Überlegenheit insbesondere in der Startphase dieser Partie nicht in mehr Tore umgemünzt hatten – oder es nach dem Seitenwechsel gleichwohl verpassten, ein entscheidendes drittes zu erzielen. Aus Wiesendanger Sicht war einfach mal die Bilanz zu ziehen, man habe einen deutlich engagierteren Auftritt hingelegt als etwa zwei Wochen zuvor an selber Stelle gegen Embrach. Gewiss, es war keine spielerische Offenbarung, doch die Mittel, die Trainer Sokol Maliqi gewählt hatte, waren in Anbetracht der Situation – personell wie tabellarisch – und des Gegners die richtigen: Mit langen Bällen die schnellen Spitzen um die "Leihgaben" aus der zweiten Mannschaft, Pascal Unterberger und Janis Brehm, zu lancieren.

Es war ein solcher langer Ball auf Brehm, der sein Startelfdebüt im "Eins" gegeben hatte, der Vorbote war für den ersten Wiesendanger Treffer: Der Angreifer wurde kurz vor dem Strafraum gefoult, die Diskussion drehte sich nur noch um die Frage, ob der Übeltäter als scheinbar letzter Mann des Feldes verwiesen würde oder eine Verwarnung ausreichte. Der Unparteiische entschied sich für letztere Option, was Zizou Fresneda nicht davon abhielt, ziemlich genau vom "D" aus den Ball tief in der rechten Ecke zu versenken.

Beide Gegentore im ersten Durchgang waren aus FCW-Sicht zu simpel, sowohl die erstmalige Führung nach einer starken Druckphase der Gäste und einem Verletzungsunterbruch (siehe "Das gab zu reden III") als auch der zweite Treffer kurz vor der Pause nach einem Ballverlust. Herrliberg bewies wiederholt, welch gute Mannschaft sie ist: Insbesondere über ihre schnellen Aussenspieler und über Standards gibt es kaum bessere Equipen in dieser 2.-Liga-Gruppe. Das sah auch Maliqi so, der von einer "starken Mannschaft mit viel Tempo" sprach, und darum "zufrieden" sei mit diesem Punkt, der gegen dieses Herrliberg "das Maximum in unserer Situation war", wie er es formulierte. Er fordert nun denselben Biss und dieselbe Mentalität in den nächsten Wochen: Schon am Samstag in Beringen muss nun auf dieser Darbietung aufgebaut werden mit dem Ziel, den ersten "Dreier" der Rückrunde einzufahren.

Ramon Fritschi

Star man: Zizou Fresneda mit einer sauberen Leistung im Abwehrzentrum, diesmal neben Nik Grabo, der sich nun schrittweise wieder dem gewohnten Rhythmus nähert. Fresnedas langen Bälle waren Teil des heutigen Spielplans – und sein Freistosstor eigentlich schon beschlossene Sache, wie eine Vielzahl an Videoaufnahmen beweist …

Das gab zu reden I: Comeback von unserer Nummer 10: Welcome back, Pascal Dietz! Der 26-jährige kam in der Schlussphase zu seinen ersten Spielminuten nach mehr als zwei frustrierenden Jahren und brachte auf der linken Seite gleich mächtig Einsatz und Schwung mit.

Das gab zu reden II: Deny Huber, vor kurzem Vater geworden, sass zu Beginn auf der Bank – kam nach einer Stunde rein und wurde alsdann von Trainer Maliqi nach vorne beordert. Das Resultat? Viel Schwung, einiges an "grinta" – und das vielumjubelte Tor zum 2:2. Daddy Cool halt.

Das gab zu reden III: Etwas überschattet wurde die Freude leider durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von John Leu. Sein Knie ist heftig lädiert, im Verlauf des Tages sollte man mehr wissen. Gute und schnelle Genesung, John!

Telegramm: FCW 2:2 Herrliberg (1:2)

2. Liga, 19. Spieltag

Rietsamen – 220 Zuschauer

Tore: 12. 0:1, 18. Fresneda 1:1, 44. 1:2, 90.+2 Huber 2:2.