Am Samstag beim Aufstiegsfavoriten aus Herrliberg erlitt der FCW die erste Niederlage in der Meisterschaft. Die Gegentore waren nicht zwingend, ja teils ein Ärgernis – und der Heimsieg trotzdem das korrekte Resultat.
Manch einer echauffierte sich noch nach Spielschluss über die Art und Weise der frühen Gegentore, die beidesamt Flügelmann Carlo Gamboni markiert hatte: Dem Penalty zum 1:0 war ein unnötiges Foul vorausgegangen, das aber tendenziell im Strafraum zu verorten war. Der vorentscheidende zweite Treffer nach rund 20 Minuten fiel allerdings nach einer Abseitsposition, die nicht klarer hätte sein können: Der zuständige Linienrichter hinkte dem Spielgeschehen eine halbe Ewigkeit hinterher – eine Zierde seines Fachs war er gewiss nicht …
Gleichwohl musste hinterher bilanziert werden, der Sieg für die Herrliberger sei eine verdiente Sache gewesen. Zu harmlos und fehleranfällig war der FCW, wenn er mal in Ballbesitz war. Zur Geschichte gehört aber auch dies: Die Wiesendanger sind schon früh in der Saison - aus verschiedenen Gründen – personell wieder arg dezimiert. Man denkt sich dann schon, in Vollbesetzung würden sie auch Herrliberg Paroli bieten können – nicht aber mit einer Bank, die abgesehen vom Torhüter aus lauter "Vertretungen" der zweiten Mannschaft bestand. Entsprechend wohlwollend durfte die FCW-Darbietung auch gewertet werden, und mit "Zwei"-Verteidiger Simon Ehrensperger stand einer der solidesten Auswärtsakteure von Beginn weg auf dem Platz.
Am Dienstag bereits stand auf dem Rietsamen anstelle eines Trainings ein Testspiel gegen die U18 des FC Schaffhausen an. Gleichwohl ein "Mix" aus erster und zweiter Mannschaft wurde von Trainer Sokol Maliqi nominiert, mit einem grossflächigen Personalwechsel zur Pause. Auffälligster Spieler war im Rahmen dieses 3:3 wohl Pascal Unterberger, der im zweiten Durchgang auf dem Platz stand und seinem Gegenspieler das Leben schwer machte – und Aris Dimitrakis Treffer zum Schlussresultat gediegen vorbereitete. Weiter geht's für den FCW nun am Samstag beim Aufsteiger in Niederweningen, wo es gilt, eine saubere, konzentrierte Darbietung abzuliefern.
Ramon Fritschi
Star man: Bei einer Niederlage immer schwer zu nominieren. Gleichwohl sind "Zwei"-Innenverteidiger Simon Ehrensperger mit einem soliden Auftritt sowie Neuzugang Aris Dimitrakis mit konstantem Nachsetzen und viel Engagement herauszuheben.
Das gab zu reden: Auffällig wenige Zuschauer in Herrliberg – gemäss Auskunft der Clubbeiz-Pächter "wegen der Chilbi in Erlenbach". In Wiesendangen werden für derlei Veranstaltungen halt noch Spiele verschoben …
Telegramm: FC Herrliberg 2:0 FCW (2:0)
2. Liga, 3. Spieltag
Langacker – 100 Zuschauer
Tore: 8. (P) 1:0, 20. 2:0.
FCW: Zgraggen – Huss, Fresneda, Ehrensperger (83. Asper) – Palladino (76. Crameri), Toma, F. Meli, Fries – Dimitrakis (65. Grabo), Wüst (79. De Nardo), T. Meli (90. Ceskin).
Bemerkungen: FCW ohne Misteli, Trecek, P.Dietz, C.Dietz, Huber (alle verletzt), Schäffeler (krank), Oehninger und Unterberger (beide abwesend). – Sehr junge Wiesendanger Mannschaft mit 2.-Liga-Startelf-Debüts für Aris Dimitrakis (18) und Simon Ehrensperger (26) sowie jeweils ersten "Eins"-Einsätzen für Davide De Nardo (22), Robin Crameri (23) und Manuel Asper (23). – Äusserst unbefriedigende Darbietung des Linienrichters auf der Tribünenseite.
Telegramm: FCW 3:3 FC Schaffhausen U18 (1:2)
Testspiel
Rietsamen – 80 Zuschauer
Tore: 10. 0:1, 23. Gasser 1:1, 27. 1:2, 49. 1:3, 57. Sigrist 2:3, 77. Dimitrakis 3:3.
FCW 1. Hz: Zgraggen – Asper, Grabo, Fresneda – Crameri, Berisha, F. Meli, Fries – Ceskin, Gasser, T. Meli.
FCW 2. Hz: Toro – Frieden, Grabo, Sigrist – Palladino, Toma, Frei, L. Furrer – Dimitrakis, De Nardo, Unterberger.
Bemerkungen: FCW ohne Misteli, Trecek, P.Dietz, C.Dietz, Huber (alle verletzt), Schäffeler, Huss (beide krank) und Wüst (angeschlagen).
