Derbypleite am Super Saturday
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Derbypleite am Super Saturday

Der FC Wiesendangen verliert zum ersten Mal in der Rückrunde auf dem heimischen Rietsamen: Er unterliegt dem Leader aus Veltheim trotz zwischenzeitlicher Führung mit 1:3.

Hinterher klang Trainer Fabian Graf gewohnt sachlich, als er auf dieses Derby zurückblickte. „Wir konnten“, begann er seine Analyse, „in dieser Spielzeit noch kein Team bezwingen, das über uns in der Tabelle steht – das ist kein Zufall mehr". Und fuhrt fort: "Das Resultat steht stellvertretend für unsere Saison uns unseren Tabellenrang – besser als viele Konkurrenten, aber noch nicht gut genug, um die Spitzenteams ernsthaft herauszufordern", so Graf. Auf der anderen Seite stand eben effektiv ein typischer Auftritt eines Spitzenteams, das der SCV nun mal ist – mit der Tabellenführung im Rücken seit dem diskussionslosen Erfolg vor Wochenfrist in Seuzach. Zwar schien es, als würde der FCW nach einem schwierigen Start – die Gäste verzeichneten schon kurz nach Anpfiff einen Lattenschuss – immer besser ins Spiel finden, und er ging nach einer schönen Aktion Robin Oehningers nach einer Viertelstunde auch tatsächlich in Führung. Hernach gelang es dem FCW besser, den Veltemern den Schneid abzukaufen – das Derby war nun so richtig lanciert.

Aber dann gelang den Gästen nach einem unnötigen Fehler noch vor dem Seitenwechsel der Ausgleich – eben im Stile einer Spitzenmannschaft, die Unzulänglichkeiten des Gegners gnadenlos bestraft, ohne selbst übermässig glänzen zu müssen. Veltheim erhöhte zwar nach dem Seitenwechsel das Tempo und drückte vermehrt auf das Wiesendanger Tor – ein annullierter Offsidetreffer Lukas Treceks war derweil die auffälligste Offensivaktion des FCW. Gleichwohl war zu konstatieren, auch das zweite Tor des Leaders sei zu verhindern gewesen – in dieser Aktion, rund 20 Minuten vor Schluss, bestrafte Nico Zuffi den FCW. Im Anschluss raffte sich das Heimteam nochmals auf, liefen auch vereinzelte Schiedsrichterentscheide nicht wirklich zugunsten Wisis. Doch am Ende war zu sagen, dass die Partie nach dem dritten Veltemer Tor entschieden und das Resultat nicht grundsätzlich falsch war – zumal der Tabellenführer in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter verschoss.

Nüchtern betrachtet war nicht alles verkehrt, was der FCW an diesem Samstag dargeboten hatte – zumal mit einer dezimierten Mannschaft, der unter anderem der Stammgoalie sowie der Topscorer nicht zur Verfügung standen. Aber es war halt doch ein Unterschied zu einem Spitzenteam wie dem SCV rund um seine Altmeister und ehemaligen Nationalliga-Fussballer Zuffi und Cecchini, die eine gewisse Routine und Ruhe ausstrahlen. Graf sprach zum Schluss von ähnlichen Dingen: "An einem guten Tag, in Bestbesetzung und mit etwas mehr Cleverness hätten wir die Qualität, um solche Mannschaften herauszufordern", befand er. Am kommenden Samstag bietet sich gegen Seuzach in einem weiteren Derby "die nächste Gelegenheit, sich gegen ein Topteam zu beweisen – das ist positiv", so Graf. Gerade mal zwei Pünktchen hat man seit dem Abstieg des FCS aus der 2. Liga inter in fünf Direktduellen gesammelt – und die letzten drei allesamt verloren. Höchste Zeit, diese Bilanz aufzubessern!