Der FCW antwortet in perfekter Manier auf die Enttäuschung gegen Phönix (0:0): Er bezwingt am Mittwochabend den SC Veltheim auf dem Flüeli verdient mit 3:1 und beendet eine beeindruckende Serie der Gastgeber.
18 Sekunden stand die Matchuhr auf dem Flüeli in Betrieb, und schon lag der FCW in Führung: Deny Huber hatte auf Zuspiel von Tobi Meli eingenetzt, und da waren Teile der für dieses wichtige Spiel zahlreich angereisten Fangemeinde noch gar nicht vor Ort (siehe auch: "Das gab zu reden"). Es war ja auch niemandem zu verübeln: Da war der FCW vier Tage zuvor auf dem heimischen Rietsamen im Abstiegsgipfel gegen Phönix Seen insbesondere im zweiten Durchgang pausen- und erfolgslos aufs gegnerische Tor gezogen, um teilweise aus bester Position zu verziehen. "Es ist schon etwas verrückt", bemerkte hinterher auch Trainer Sokol Maliqi: "Gegen Seen verpassten wir Gelegenheit um Gelegenheit, und hier gehen wir nach 18 Sekunden in Front", so der 44-jährige.
Wie der FCW nach seinem ungewohnt frühen Treffer das Spiel anging, war einfach als stilsicher zu bezeichnen – kein Schlagwort, das man mit ihm in der laufenden Spielzeit ernsthaft in Verbindung bringt. Gewiss, auch der SCV hatte die ein oder andere Torraumszene zu verzeichnen, aber das war zu erwarten, selbst wenn so manche einheimischen Beobachter nach dem verpassten Aufstieg davon sprachen, die Luft sei "draussen". Doch der FCW verzeichnete im ersten Durchgang Chancen für drei, vier Tore: Huber etwa traf mit einem von zahlreichen Offensivläufen aus seiner Position im Mittelfeld die Torumrandung. Zu sagen war einfach dies: Tobias Meli und Pascal Unterberger verliehen dem Wiesendanger Spiel die nötige Tiefe, die für schnelle Gegenstösse perfekt sind – gerade gegen eine relativ hölzern anmutende Veltemer Hintermannschaft. Das war auch beim zweiten Treffer des FCW zu begutachten, als Josh Toma für den genannten Meli aufgelegt hatte und dieser trocken verwertete.
Während Veltheim zur Pause mit einem dreifachen Wechsel antwortete, brachte Maliqi den pressingstarken Robin Wüst für Unterberger. Der SCV schien beweisen zu wollen, dass ihm die Partie nicht völlig belanglos erschien – und kam prompt zum Anschlusstreffer, wenn auch aus klarer Offsideposition. Dass der betroffene Linienrichter keine Zierde seines Fachs sein kann, lag auf der Hand: Er stand eigentlich in bester Position. Gleichwohl reagierte der FCW auch auf diesen kleinen Rückschlag erstaunlich gelassen. Die Gastgeber kamen fortan zu keiner wirklichen Ausgleichchance, im Gegenteil: Der zuvor eingewechselte Sharon Schäffeler vollendete einen Angriff nach einem weiteren Rush von Huber über den linken Flügel (!) zum wichtigen und vielumjubelten 3:1. Es schien nun allen Beteiligten klar: Game, set and match! Wüst sah Minuten später noch eine weitere Gelegenheit stark vom gegnerischen Hüter pariert. "Dass wir", resümierte also hernach Maliqi, "mit einer derartigen Reife auf den Anschlusstreffer reagiert haben, ist sehr erfreulich".
Es ist in Erinnerung zu rufen, dass trotz dieser wohl stärksten Wiesendanger Darbietung seit dem 5:0 in Greifensee der Klassenerhalt noch nicht erreicht ist. Aber: Mit der Einstellung und Art und Weise der Vorstellung können die verbleibenden Partien in Wald und gegen Küsnacht mit einer gewissen Zuversicht angegangen werden. Es war nämlich von hinten bis vorne von einem individuell wie kollektiv starken Auftritt mit keiner Schwachstelle zu berichten. Besonders erfreulich war der Umstand, dass auch gewisse läuferische Defizite trotz englischer Woche nicht in Erscheinung traten und wirklich jeder einzelne auch an der "dreckigen" Seite des Fussballspiels mitwirkte. Maliqi scheint zudem mit dem Innenverteidigerduo Fresneda/Huss eine nachhaltige Lösung gefunden zu haben, solange Huber im Mittelfeld einen Platz findet. Der FCW-Tross reiste alsdann im Wissen nach Hause, er sei die erste Mannschaft seit dem 11. November 2023 (!), die den SCV auf dessen Geläuf bezwungen hatte. Der Gegner damals? Ja, der FCW …
Ramon Fritschi
Star man: Teilen sich am Mittwochabend Tobias Meli und Deny Huber mit je zwei Scorerpunkten: Tobi mit einem starken, wirbligen Auftritt im Stile alter Tage, Huber mit einer hervorragenden Vorstellung im zentralen Mittelfeld: Zweikampfstark, insbesondere auch in der Luft.
Das gab zu reden: Der illustre Spielervater und ex-Trainer B.M. aus H. verpasste das erste Wiesendanger Tor. Zum Glück hatten immerhin seine Söhne keine Anlaufschwierigkeiten …
Telegramm: SC Veltheim 1:3 FCW (1:2)
2. Liga, 23. Spieltag (Nachholtermin)
Flüeli – 200 Zuschauer (Grossteil aus W.)
Tore: 1. Huber 0:1, 27. T. Meli 0:2, 55. 1:2, 67. Schäffeler 1:3.
Telegramm: FCW 0:0 Phönix Seen
2. Liga, 24. Spieltag
Rietsamen – 350 Zuschauer
Tore: Fehlanzeige.
