Im halben Dutzend billiger: Kantersieg gegen Thayngen
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Im halben Dutzend billiger: Kantersieg gegen Thayngen

Der FCW kehrt nach vier Partien ohne Vollerfolg zurück auf die Siegerstrasse: Er bezwingt Thayngen auch in der Höhe verdient mit 6:1 (2:1). Nebst den Doubletten von Fabian Meli und Samuel Misteli durfte sich Tobias Meli bei seinem Comeback gleich vier Assists gutschreiben lassen.

Gewiss, das Gegentor vor der Pause war ein kleiner Makel – der von Philipp Gfeller neben das Tor gesetzte Versuch vom Elfmeterpunkt beim Stand von 5:1 ein nur unwesentlich grösserer. Allein, es hatten beide Szenen keinen entscheidenden Einfluss auf den logischen Ausgang dieser Partie, die der FCW gerade in der Startphase beherrschte. Nik Grabo zeigte sich für den frühen Führungstreffer per Kopf nach Corner von Tobi Meli verantwortlich – und die Führung hätte bereits höher ausfallen können. In der Folge gingen beim FCW bei sengender Hitze allerdings schrittweise Tempo und Konsequenz verloren. "Wir haben", sagte also hinterher Trainer Fabian Graf, "den Fehler gemacht, nach der frühen Führung zu glauben, das Spiel laufe von alleine". Das ermöglichte den Gästen, zumindest phasenweise vor das Wiesendanger Tor zu gelangen – der Ausgleich noch vor der Pause war, wie es Graf formuliert, "die logische Folge, obschon nicht zwingend".

Dass dann Fabian Meli noch vor dem Seitenwechsel mit einer schönen Aktion für den 2:1-Pausenstand besorgt war, wertete die Halbzeit zumindest auf. Es schien gleichwohl die Basis gelegt für eine deutlich verbesserte Darbietung im zweiten Durchgang, die von mehr Tempo und Durchschlagskraft, aber auch von sehr ansehnlichen Spielzügen der Wiesendanger geprägt war. Exemplarisch hierfür das dritte Tor nach einem Rush von Tobi Meli über die linke Seite, dessen Hereingabe Sämi Misteli nur noch zu verwerten hatte. Auch der Trainer sah nun, "dass wir das Spiel wieder besser kontrolliert und die Kräfteverhältnisse klargestellt haben". Nicht selten wurde es sofort gefährlich, wenn die Schaffhauser in der eigenen Platzhälfte unter Druck gesetzt wurden.

Fabi Melis zweites Tor des Tages war ebenso schön anzusehen, nachdem ihn Bruder Tobi mit dessen viertem Assist (!) angespielt hatte – ein starker Auftritt nach dessen Rückkehr in die Startelf. Auch Sämi Misteli konnte noch ein zweites Tor verbuchen, wie bei Josh Tomas Treffer zum 6:1-Schlussstand bediente ihn Pipo Gfeller, der dazwischen den eingangs erwähnten Elfmeter verschoss. Über die unterdessen mehr als erschreckende Elfmeterbilanz in der laufenden Spielzeit hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens …

Graf durfte also nach dem Auftritt im zweiten Durchgang feststellen, "dass es halt auch eine Qualität ist, reagieren zu können". Aber: "Als Trainer würde man sich dennoch wünschen, dass wir von Beginn weg mit der gleichen Konsequenz auftreten, das Spiel früher entscheiden und erst danach einen Gang zurückschalten". Man darf es gleichwohl als Nachweis für die gestiegenen Erwartungen beim FCW betrachten, wenn ein diskussionsloses 6:1 kritisch aufgearbeitet wird. Darum schloss der Trainer seine Analyse auch mit der Feststellung, "dass das alles von aussen leichter gesagt ist als auf dem Platz umgesetzt".

Am Ende bleibt einfach zu konstatieren, dass der Sieg gar höher hätte ausfallen können – die arg geschrumpfte Tordifferenz nach der Kanterniederlage in Herrliberg konnte zumindest zu grossen Teilen wieder hergestellt werden. Weiter geht's für den FCW am Samstag zu einem der Formteams der zweiten Saisonhälfte: Es wartet der FC Bassersdorf.