Lindenbuck geknackt, Leaderplatz gepackt: FCW feiert furioses 6:1
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Lindenbuck geknackt, Leaderplatz gepackt: FCW feiert furioses 6:1

Der FCW setzt seine eindrückliche Serie fort: Er gewinnt beim bis dato zuhause ungeschlagenen Brüttisellen gleich mit 6:1 und stürmt nach Bülachs Punktverlust am Samstagabend an die Tabellenspitze.

Am Samstagabend zeichnete sich ab, dass der FCW tags darauf mit einem weiteren Vollerfolg erstmals den Leaderthron einnehmen würde: Herrliberg hatte einen Punkt aus Bülach entführt. Doch mit Brüttisellen stand am Sonntag ein heimstarker Gegner auf dem Platz, der mit einer Ausnahme alle seine Partien auf dem Lindenbuck erfolgreich gestaltet hatte. Einzig … Bülach hatte Mitte September einen Punkt entführt. Was sich dann aber bei grenzwertigen Wetterverhältnissen entwickelte, war eine regelrechte Wiesendanger "Machtdemonstration", wie es hinterher Trainer Sokol Maliqi formulierte: Ein 6:1-Sieg, der nicht mal zu hoch ausfiel, zumal der FCW im zweiten Durchgang scheinbar einen oder zwei Gänge runtergeschaltet hatte.

Die Basis für diesen, den bereits neunten (!) Pflichtspielerfolg en suite, bildete ein schöner und direkter Spielzug nach einer runden Viertelstunde, als Tobias Meli, erstmals nach seiner Rückkehr in der Startelf, über rechts Cerin Palladino lancierte. Dieser setzte sich gekonnt durch und legte quer auf Josh Toma, der zur Wiesendanger Führung einnetzte. Gewiss, in der Folge verzeichnete die Heimmannschaft die ein oder andere Strafraumszene via Standards, doch zu sagen war, der FCW spiele trotz prekären Verhältnissen den gepflegteren Fussball. Gleichwohl ein Standard brachte das zweite Tor ein: Josh Toma zirkelte fast von der Grundlinie einen Freistoss auf Simon Huss, der wie schon gegen Veltheim einköpfelte. Ein Zitat, das hernach die Runde machte: "Huss mit der Nuss" ….

Nachdem Zizou Fresneda – wie bereits in Wiedikon – einen strammen Versuch vom gegnerischen Hüter über den Querbalken gelenkt sah, traf wenig später Tobi Meli mit einem satten Schuss in die rechte Ecke zum vorentscheidenden 3:0 nach einer halben Stunde. Spätestens, als Josh Toma kurz nach Wiederanpfiff und mehreren Brüttiseller Wechseln in einer kuriosen Szene – Doppelpass mit dem Gegner? – das vierte Gästetor sicherstellte, war die Frage nach dem Ausgang der Partie endgültig beantwortet. Was folgte, war ein Wiesendanger Schaulaufen, das zwar ein unnötiges Gegentor beinhaltete – aber eben auch zwei weitere, eigene Treffer: Mal lief der eingewechselte Robin Wüst allein aufs gegnerische Tor zu und schob souverän ein, mal tankte er sich auf der Seite durch und legte quer auf den ebenso eingewechselten Lucas Trecek, der zum Schlussresultat verwandelte. Ja, es hätten gar weitere Treffer fallen können, doch ein halbes Dutzend mussten auf dem Weg zur Tabellenführung reichen – selbst wenn Spielervater und Sponsor E.U. mal noch ein Phantomtor bejubelt hatte …

Die mal wieder zahlreich angereiste Wiesendanger Fangemeinde durfte im Anschluss also ein Spiel bilanzieren, das eindrücklich Form und Spielweise bestätigte: Attraktiver, schnörkelloser Fussball, viel Selbstvertrauen, gleichwohl Engagement und Laufbereitschaft auch tief in der Nachspielzeit. Oder wie Maliqi das Geschehen zusammenfasste: "Es ist nicht eine Sache, sondern viele kleine Dinge, die wir verbessert haben", so der 44-jährige. Um anzufügen: "Ich habe eine sehr intelligente Mannschaft, die alle Vorgaben perfekt umsetzt, und das Woche für Woche – das ist auf diesem Niveau nicht üblich". Im Gesamtkontext nicht unerwähnt bleiben sollte zudem der Umstand, dass jeder einzelne dieser neun Wiesendanger Siege seit dem 3:2 in Niederweningen logische Folge der jeweils 90 vorangegangenen Minuten war. Nun gilt es, die neue Rolle als Leader und Gejagter ebenso souverän zu interpretieren, zumal gegen den FC Bülach ein wahrhaftiges Gipfeltreffen auf dem Rietsamen ansteht. "Ob wir", führte Maliqi seine Gedanken weiter, "momentan einen Tick über unseren Verhältnissen spielen, ist schwer zu sagen". Doch klar ist für den Übungsleiter auch, "dass wir zwar noch nicht über neue Ziele diskutieren, aber nun unsere Spitzenposition bis zur Winterpause verteidigen möchten". Gewiss ist: Wer am Samstag den Rietsamen grossräumig umfährt, muss wahrlich gute Gründe haben …

Ramon Fritschi

Star man: Josh Toma. Zwei Tore, an zwei weiteren Treffern beteiligt: In einer Mannschaft, die seit Wochen individuell wie kollektiv zu überzeugen mag, sticht er trotzdem nochmals heraus.

Das gab zu reden I: Mit dem vierten Auswärtserfolg im sechsten Spiel hat der FCW seine "away form" aus der abgelaufenen Spielzeit (3 Siege) bereits übertroffen.

Das gab zu reden II: Gute Besserung an Pascal Dietz nach seiner Diagnose!

Telegramm: Brüttisellen 1:6 FCW (0:3)

2. Liga, 10. Spieltag

Lindenbuck– 200 Zuschauer

Tore: 16. Toma, 27. Huss, 30. T. Meli, 49. Toma 0:4, 59. 1:4, 78. Wüst 1:5, 85. Trecek 1:6.

FCW: Zgraggen – Huss, Grabo, Huber – Palladino, F. Meli (57. Trecek), Fresneda, Schäffeler (72. Wüst) – T. Meli (49. Fries), Oehninger (80. Friedli), Toma (86. Di Nardo).

Bemerkungen: FCW ohne Misteli, P.Dietz, C.Dietz, Unterberger, Dimitrakis (alle verletzt), Osta (krank) und Meier (abwesend). – FCW ab Einwechslung von Trecek mit diesem als linken Halbstürmer, Fries linker Aussenläufer und Toma im zentralen Mittelfeld. Ab Einwechslung von Wüst mit diesem als Stürmer, Oehninger als "Zehner".