Moral bewiesen, trotzdem nur ein Punkt: Die Tabellennachbarn trennen sich 2:2
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Moral bewiesen, trotzdem nur ein Punkt: Die Tabellennachbarn trennen sich 2:2

Nach einer ereignislosen ersten und einer turbulenten zweiten Halbzeit kann am "Super Saturday" kein Sieger zwischen dem FCW und Greifensee ermittelt werden. Trotz des Punktgewinns nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand war man beim FCW aber eher ernüchtert ob der Vorstellung.

Auf dem Rietsamen, der auch aufgrund der Feierlichkeiten der Supporter-Vereinigung (55 Jahre) einmal mehr sehr gut besucht war, sah sich zur Pause so mancher Beobachter veranlasst, ein simples Fazit zu ziehen: Dass das bis dato Dargebotene so ziemlich belanglos war. Es war gleichwohl spürbar, dass es bei beiden Mannschaften nicht mehr wirklich um viel ging – entsprechend tempoarm und wenig intensiv präsentierte sich der Offensivvortrag. Die bekannt passive Spielweise der Gäste aus Greifensee bereitete dem FCW sichtbar Mühe - isolierter Höhepunkt war ein Holztreffer Robin Oehningers nach rund 20 Minuten.

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie schliesslich an Fahrt auf, wenn auch nicht im Sinne der Heimmannschaft: Ein zu kurz geratener Rückpass ermöglichte Greifensee eine schmeichelhafte Führung, bevor Josh Toma den Ausgleich nach einem endlich mal schnörkellosen Spielzug nur knapp verpasste. Wenig später war Dario Zgraggen erneut geschlagen, sehr zum Ärger des FCW und seiner Fangemeinde: Ein für jedermann ersichtliches und vom Linienrichter auch signalisiertes Offside wurde vom Schiedsrichter ignoriert – er überstimmte seinen Assistenten ohne offensichtlichen Grund. Die Verärgerung schien kurz darauf immer noch nicht verarbeitet, denn Fabian Meli verpasste es vom Penaltypunkt, den Anschlusstreffer herzustellen.

Immerhin vermochte alsdann der FCW, die Gäste vermehrt unter Druck zu setzen. Deny Huber verwandelte nach Anbruch der Schlussviertelstunde einen direkten Freistoss gekonnt, bevor Fabian Meli doch noch zu seinem Tor kam, nachdem Josh im Strafraum scheinbar von den Beinen geholt worden war. Gekrönt wurde die Aufholjagd dann allerdings nicht mehr mit einem Siegestor – Timon Welwolo mit einem Versuch knapp am Pfosten vorbei stand diesem am nächsten. "Um das Positive vorwegzunehmen: Wer in der Schlussviertelstunde einen 0:2-Rückstand wettmacht, hat zweifellos Moral bewiesen", konnte also hinterher Trainer Fabian Graf sagen. Um sogleich anzufügen: "Dennoch bekundeten wir wie schon gegen Töss grosse Mühe mit der passiven Spielweise des Gegners", so Graf weiter.

Der Trainer beobachtete ferner, "dass unsere Pressingversuche lediglich zu langen Bällen des Gegners führten, die wir teilweise nur unzureichend absichern konnten – auch, weil uns auf der Doppelsechs ein klarer Sechser gefehlt hat". Die Tiefe im Spiel seiner Mannschaft habe er zeitweise komplett vermisst – "gleichzeitig haben wir in Rückstand bewiesen, dass wir es eigentlich besser können", schloss er seine Analyse. Nach einer verspielten 4:1-Führung gegen Seuzach und einem Punktgewinn nach 0:2-Rückstand gegen Greifensee geht es für seine Jungs nun weiter beim Aufstiegsaspiranten aus Herrliberg, der bis dato zuhause noch ungeschlagen dasteht.