Sieben Siege, 31 Tore, 22 Punkte, fünfter Zwischenrang gleich hinter dem Spitzenquartett: Der nüchterne Blick auf die nackten Zahlen der abgelaufenen Hinrunde liest sich aus Wiesendanger Sicht durchaus positiv. Doch was ist konkret davon zu halten?
Zu konstatieren ist einfach mal, dass beim FCW zu keinem Zeitpunkt das Gefühl aufkam, man werde mit einem isolierten, schlechten Resultat gleich in den Abstiegskampf verwickelt. Das ist – auch mit Blick auf andere arrivierte Mannschaften – sicherlich positiv zu werten. Nicht in Vergessen-heit geraten sollte zudem, dass mit Xeno Fresneda der Topscorer der letzten vier Spielzeiten verlo-ren ging. Dessen Last als regelmässiger Torschütze und Vorbereiter wird unterdessen von den Gebrüdern Meli (Tobias mit acht Treffern, Fabian mit neun Assists) getragen. Während sich die Situation im Lazarett zwar spürbar entspannt hat, stehen Trainer Fabian Graf weiter einige Langzeitverletzte nicht zur Verfügung, unter anderem mit Pascal Dietz, Dalibor Josavac und Florin Keller gleich drei Aussenverteidiger! Kommt hinzu, dass Stammkeeper Dario Zgraggen verletzungsbedingt ge-rade mal zwei Hinrundenpartien absolvieren konnte.
Vertreten wurde er durch Roman Meier, der sich unter anderem mit einem parierten Elfmeter im Heimspiel gegen Bassersdorf auszuzeichnen vermochte. Auch die Sommerzugänge haben sich erfreulich gut integriert – einer etwa wie Robin Wüst als zusätzliche Option im Angriff und einem "an-deren" Spielerprofil, oder Denny Huber, der mit seiner Erfahrung und spielerischen Klasse nach seiner Rückkehr im Herbst sogleich einen Gewinn darstellte – egal, auf welcher Position.
Zu den Highlights zählen durfte man sicherlich einen weiteren Derbysieg bei Phönix Seen in der dritten Runde – notabene nach Rückstand – sowie den deutlichen 6:0-Kantersieg auf dem Tössemer Reitplatz. Der 2:0-Erfolg im verregneten Greifensee konnte gleichermassen als Beendigung des "Grossriet-Fluchs" betrachtet werden: Erstmals seit 2018 gelang dort dem "Eins" ein Sieg; Mit Tobias Meli, Samuel Misteli und (dem wiedergenesenen) Altmeister Robin Oehninger spielten dieses Jahr noch drei Akteure aus der damaligen Startelf von Beginn weg. Wenn man die Hinrunde aus etwas grösserer Distanz betrachtet, könnte man aber auch sagen: Es wäre mehr möglich gewesen. Man denke an den Auftakt in Brüttisellen, wo man in Unterzahl die gefährlichere Equipe war, oder an den bitteren Ausgleichstreffer in Veltheim praktisch mit dem Schlusspfiff. Auch die Pleite in Seuzach war – mal wieder – nicht als zwingend zu werten.
Am Ende ist es doch einfach so: 31 Tore und 22 Punkte sind nach dem Abgang des Topscorers zwar nicht eine herausragende, aber doch eine mehr als passable Bilanz, auf welcher sich aufbauen lässt. Vor einem Jahr verabschiedete man sich mit vier Zählern mehr als erster Verfolger Schaffhausens in die Winterpause, um dann zum dümmsten Moment von der Verletzungshexe eingefangen zu werden. Diesmal lauert man hinter dem Spitzenquartett, gleichermassen als "best of the rest", auf Ausrutscher der vier Mannschaften davor. Selbstverständlich darf auch diese Saison nicht ausser Acht gelassen werden, dass in Anbetracht der prekären Situation mehrerer FVRZ-Teams in der 2. Liga inter auch vier Absteiger möglich sind. Doch die Zielsetzung unserer "Einsheit" ist eine andere – im Frühjahr unter dem Radar der vermeintlichen Favoriten fliegend fleissig Punkte zu sammeln. Bedenkt man noch, dass acht der 13 Partien in der Rückserie auf dem heimischen Rietsamen angesetzt sind, darf man sich auf ein spannendes erstes Halbjahr 2025 freuen.
Die individuellen Topwerte in der Hinrunde des FCW
- Einsätze: 13 (F. Brehm, Z. Fresneda)
- Minuten: 1'110 (Z. Fresneda)
- Tore: 8 (T. Meli)
- Assists: 9 (F. Meli)
- Tore+Assists: 11 (F. Meli)
- Verwarnungen: 3 (Y. Nobs)
