Der FCW kehrt am Samstagabend auf die Siegerstrasse zurück: Er gewinnt beim Aufsteiger aus Niederweningen verdient mit 3:2, macht sich aber das Leben selbst schwer.
Wer zur Halbzeit 3:0 führt, der hat eigentlich keinerlei Anlass, noch nervös zu werden. Doch genau dies widerfuhr dem FCW an diesem sonnigen Samstagabend an der Kantonsgrenze zum Aargau: Er verpasste das alles entscheidende vierte Tor, und er geriet nach zwei unnötigen Gegentreffern - mal nach einem Freistoss, mal nach einem Einwurf - plötzlich in Gefahr, eine komfortable Führung noch gänzlich zu verspielen. Alleine, der Aufsteiger kam zu keiner klaren Ausgleichschance mehr, und der FCW fuhr heim im Wissen, den vierten Tabellenrang eingenommen zu haben.
Es hatte alles so scheinbar geradlinig begonnen: Nach einer ausgeglichenen Startphase führte ein Spieler der Heimmannschaft den Ball in einer derart auffälligen Handball-Manier, dass ein Elfmeter für den FCW die einzig logische Konsequenz war. Robin Oehninger verwandelte vom Punkt souverän zu seinem bereits vierten Treffer der Saison, und nur Minuten später doppelte Tobi Meli nach. Er profitierte von einer kuriosen Panne in der Niederweninger Hintermannschaft und schoss alleine vor dem gegnerischen Hüter souverän ein.
Spätestens als Aris Dimitraktis kurz vor dem Seitenwechsel einen wunderbar konzertierten Angriff nach gediegener Vorarbeit von Josh Toma vollendete, dachte so mancher: Die samstägliche Messe in Niederweningen ist gelesen. „Die erste Halbzeit“, bilanzierte hinterher Trainer Sokol Maliqi, „war wirklich gut. Im zweiten Durchgang sind einige Details gekippt, haben wir auch unsere Konter nicht mehr überzeugend ausgespielt“. In der Tat hatte der FCW vor den Gegentoren mehrfach den eigenen vierten Treffern verpasst, und später sahen Robin Oehninger per Kopf und Zizou Fresneda auf Freistoss ihre jeweiligen Versuche am Querbalken abprallen.
Am Ende war einfach zu konstatieren, der FCW habe den nötigen Aufwand betrieben, um sich drei Punkte zu verdienen, die nun auf einen soliden Meisterschaftsstart zurückblicken lassen. Das anstehende Cupduell in Diessenhofen und eine englische Woche mit Ligapartien gegen die Aufsteiger aus Oberwinterthur und Pfäffikon werden weitere Aufschlüsse über den FCW ermöglichen. Eines scheint klar: Eine gewisse Resilienz manifestiert sich, und sie ist in Anbetracht einer doch beträchtlichen Absenzenliste durchaus zu begrüssen.
Ramon Fritschi
Star man: Mehrere Kandidaten - erwähnenswert: Zizou Fresneda für seine konsequente Verteidigungsarbeit in der Schlussphase; Josh Toma für eine weitere saubere Darbietung auf der „Doppelsechs“ (nicht seiner angestammten Position) sowie Tobi Meli nicht nur für sein Tor, sondern gerade auch seine defensive Lauffreudigkeit.
Das gab zu reden: Die Rückkehr von „Nidi“ in die 2. Liga zog auch das überregional bekannte Groundhopping-Urgestein M.B. an die Kantonsgrenze - wie gewohnt mit klaren Sympathien für schwarz-weiss. Und: Ein Double des „SRF Sales Guy“ war auf dem Huebwis im Umzug. Der geneigte Leser weiss, wer gemeint ist.
Telegramm: Niederweningen 2:3 FCW (0:3)
2. Liga, 4. Spieltag
Huebwis – 120 Zuschauer
Tore: 12. Oehninger (P), 13. T. Meli, 43. Dimitrakis 0:3, 57./72. 2:3.
FCW: Zgraggen – Huss (59. Schäffeler), Grabo, Fresneda – Fries, F. Meli, Toma (90. Crameri), Palladino – Dimitrakis (60. Trecek), Oehninger, T. Meli (82. Asper).
Bemerkungen: FCW ohne Misteli, P.Dietz, C.Dietz, Huber (alle verletzt), Wüst (krank) und Unterberger (abwesend).
