Serie gestoppt, Spitze gehalten!
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Serie gestoppt, Spitze gehalten!

Im Spitzenspiel der Runde trennen sich der FCW und Bülach auf dem Rietsamen mit 1:1 (0:1). Die Wiesendanger Siegesserie ist damit zwar vorerst unterbrochen, doch die Tabellenspitze wurde erfolgreich verteidigt.

In Brüttisellen war der FCW mit einem gloriosen 6:1 regelrecht an die Tabellenspitze gestürmt. Dass genau am darauffolgenden Spieltag der neue Leader gegen den gleichwohl abgelösten Spitzenreiter aus Bülach antreten würde, machte die Affiche besonders interessant. Trainer Sokol Maliqi hatte noch vor wenigen Tagen gesagt, wer nicht nur nach zehn Spielen, sondern auch nach dem Direktduell gegen den FCB noch an der Spitze stehe, habe das "verdient". Mehr als verdient war dann auch der Punkt für den FCW in einer Partie, die er trotz Rückstand grösstenteils beherrscht hatte: Die teils fast schon enttäuschten Gesichter auf dem Spielfeld bestätigten den Eindruck von aussen, der FCW hätte dieses Spiel eigentlich auch gewinnen können.

Es darf gleichwohl als Nachweis für die offensichtlichen Fortschritte gewertet werden, wenn sich nach einem Punktgewinn gegen den Absteiger und Gruppenfavoriten eine gewisse Enttäuschung breit macht. Zumal der FCW nun seine Serie der Ungeschlagenheit auf zehn Wettbewerbsspiele ausgebaut hat. Positiv herauszuheben ist zudem der Umstand, dass der FCW den gepflegteren, deutlich ansehnlicheren Fussball zeigte als ein eher konservativ und reagierend auftretendes Bülach, das mehrheitlich mit langen Bällen agierte. Mit ihrer einzigen Torraumszene im ersten Durchgang gingen die Gäste doch tatsächlich in Führung – beizufügen ist, dass die Hausherren für einmal nicht so konsequent verteidigten, wie dies eigentlich zur Norm geworden war.

Josh Toma hatte den Ausgleich in den Minuten vor dem Seitenwechsel gleich zweimal auf dem Fuss – mal nach einer schönen Ballstafette, mal nach einem starken Rush des auffälligen Sharon Schäffeler. In Tomas aktueller Form hätte man ihm mindestens einen Treffer zugetraut, doch mal setzte er den Ball neben das Tor, mal darüber. Als dann nach einer runden Stunde Tobi Meli Kapitän Robin Oehninger im Strafraum lancierte und dieser penaltywürdig zurückgehalten wurde, schnappte sich Meli den Ball und verwandelte vom Punkt zum überfälligen Ausgleich: Nun war die Partie endgültig lanciert, mit Vorteilen für den FCW. Das eher rustikal auftretende Bülach (mit sechs gelben Karten!) erschwerte in der Folge allerdings den Spielfluss, und zu guten Gelegenheiten auf den Siegestreffer kam Wisi erst in der Schlussphase und einer gelb-roten Karte der Gäste: Robin Oehninger per Kopf und Tobi Meli mit einem etwas zu unplatzierten Versuch standen für die gefährlichsten Momente.

Maliqi durfte hinterher trotz Punktverlust "eine gute Leistung" bilanzieren. Ihm habe, so der 44-jährige, vor allem gefallen, "dass wir mit dem Selbstverständnis eines Leaders aufgetreten sind, obschon wir auch abwartend hätten agieren können". Das sei, so Maliqi weiter, "eine unglaublich starke Entwicklung meiner Mannschaft". In der Tat – während sich der FCW bemüht zeigte, das Spiel zu beherrschen, war es eben der FCB, der abwartete. Das dürfen Trainer und Mannschaft durchaus auch als Anerkennung und Respekt interpretieren. Nun gilt es, an letzten Details zu arbeiten, wie etwa der Konterabsicherung, die dem Trainer in der Schlussphase nicht immer gepasst hat, zumal die Angriffe dann "teils auch etwas überhastet waren", wie es Maliqi formulierte. Gewiss ist aber, dass der FCW seine hervorragende Vorrunde nun in den verbleibenden drei Partien vergolden möchte – mit möglichst vielen Punkten in den Meisterschaftsspielen in Dübendorf und gegen Embrach und dem Weiterkommen im Cup-Achtelfinale in Küsnacht. Letzteres wurde unterdessen definitiv angesetzt, und zwar auf den Donnerstag, 12. November: Vier Tage nach dem Gastspiel in Dübendorf, aber nicht mal 48 Stunden vor der Hinrunden-Dernière gegen Embrach.

Ramon Fritschi

Star man: Quer durch die Mannschaft waren wieder reihenweise gute bis sehr gute Leistungen zu beobachten, ob in der defensiven Dreierkette oder offensiv. Herauszuheben ist aber Sharon Schäffeler, der in seinen rund 75 Minuten eines seiner besten Spiele im Wisi-Trikot zeigte, insbesondere im ersten Durchgang: Sein Gegenspieler, einst in der 1. Liga bei Zug und Kosova aktiv, bekundete jedenfalls ordentlich Mühe. Und:Zinedin Fresneda derweil spielte erst seine gewohnte Rolle in der Dreierkette, bevor er ins Mittelfeld beordert wurde, wo er den ein oder anderen Offensivrush einleitete.

Das gab zu reden I: Das Spitzenspiel lockte trotz steifer Herbstbise plötzlich auch wieder Exponenten auf den Rietsamen, die man schon länger nicht mehr angetroffen hat: Grüsse unter anderem an A.B. und R.W.!

Das gab zu reden II: Der Linienrichter auf Seite der Haupttribüne nahm die – wie gewohnt stets pfiffigen und sachlichen – Kommentare der WBK mit einer gehörigen Portion Humor: Chapeau!

Telegramm: FCW 1:1 Bülach (0:1)

2. Liga, 11. Spieltag

Rietsamen – 300 Zuschauer

Tore: 27. 0:1, 64. T. Meli (P) 1:1.

FCW: Zgraggen – Huss, Grabo, Fresneda – Palladino (84. Fries), F. Meli (74. Trecek), Toma, Schäffeler (74. Wüst) – T. Meli, Oehninger (90. Dimitrakis), Huber.

Bemerkungen: FCW ohne Misteli, P.Dietz, C.Dietz, Unterberger (alle verletzt), Osta und Meier (abwesend). – 81. Gelb-rote Karte Bülach (Foul). – FCW ab x. Minute mit Huber in Dreierkette, Fresneda im Mittelfeld und Toma als linken Halbstürmer. Ab Doppelwechsel in 74. Minute mit Wüst im Sturmzentrum und Trecek als linkem Aussenläufer.