Späte Wende: Meli setzt im Jubiläumsspiel den Schlusspunkt
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Späte Wende: Meli setzt im Jubiläumsspiel den Schlusspunkt

Auch sein drittes Heimspiel der Rückrunde kann der FC Wiesendangen erfolgreich gestalten – es bedurfte aber in Fabian Melis 250. Pflichteinsatz eines Efforts mit drei späten Treffern.

Gewiss - es war kein Leckerbissen, der einem am Samstagabend auf dem Rietsamen geboten wurde. Es rannte mit dem FCW eine Mannschaft mal mit mehr, mal mit weniger Zug und Präzision aufs gegnerische Tor zu, um wettzumachen, was seit der vierten Spielminute und Lukas Treceks Eigentor gleichwohl wettzumachen war. Auf der anderen Seite stand eine arg abstiegsbedrohte Equipe aus Töss auf dem Spielfeld, der – notabene ohne eigenen Abschluss aufs Tor – diese schmeichelhafte Führung regelrecht in den Schoss gefallen war, und die sie tatsächlich über die Zeit zu retten schien. Nachdem in der Schlussphase ein klares Foul an Fabian Meli, der zum 250. (!) Mal für den FCW auf dem Platz stand, nicht geahndet wurde, fand sich so mancher aus der FCW-Fangemeinde mit einer Pleite ab, die dann doch einer glatten Enttäuschung entsprochen hätte.

Doch was über weite Teile in den knapp 90 Minuten zuvor vermisst worden war, fand der FCW innert kürzester Zeit plötzlich in seinem Repertoire: Präzision und Geradlinigkeit im offensiven Vortrag. Das führte dazu, dass er kurz vor Anbruch der Nachspielzeit zum Ausgleich durch Kapitän Oehninger kam, um sogleich nach Ablauf der regulären Spielminuten über Josh Toma die Partie komplett zu kehren – und alsdann standesgemäss mit Jubilar Fabian Meli den Schlusspunkt unter dieses Derby zu setzen. In allen drei Fällen entsprangen die Treffer einem ähnlichen Muster: Pass in die Tiefe über die Seite, Zuspiel in die Mitte, Tor. Während sich Oehninger nebst seinem Ausgleich einen weiteren Assist gutschreiben lassen durfte, bot auch Jüngling Sharon Schäffeler wie schon gegen Phönix eine starke Darbietung von der Bank aus – und steuerte zwei Vorlagen bei.

Hinterher durfte Trainer Fabian Graf bilanzieren, "dass die drei späten Tore glücklich wirken mögen", um sogleich anzufügen: "Das war aber der verdiente Lohn für unseren Aufwand". Auch er musste feststellen, dass dem FCW "im letzten Drittel lange Zeit die nötige Präzision fehlte". Gleichwohl sah er diese Partie auch im Rahmen eines übergeordneten Kontexts: "Während unser Umschaltspiel eine grosse Stärke bleibt, bekunden wir im Ballbesitz gegen tiefstehende Gegner oft Mühe", so Graf. Und fügte an, "dass wir heute das Spiel bewusst selbst gestalten wollten". In dieser Hinsicht beobachtete er zwar "viele Fortschritte", sprach aber im selben Atemzug von "Luft nach oben bei Präzision und Tempo in Ballbesitz".

Mit nurmehr vier Vollerfolgen in fünf Frühjahrsspielen stimmt beim FCW jedenfalls schon mal die Statistik. Er empfängt nun am Samstag mit dem SC Veltheim eine ebenso formstarke Equipe, die nach einem diskussionslosen Derbysieg in Seuzach neu die Tabelle anführt. Als Favorit wird der FCW also kaum in die Partie gehen – aber halt auch gegen eine Mannschaft, die nicht tiefstehen wird.