Der FCW verspielt am Donnerstagabend erst eine scheinbar komfortable 2:0-Führung, bevor er sich im Cup-Achtelfinale bei 3.-Ligist Winterthur United im Penaltyschiessen durchsetzt.
Es waren gleichwohl Parallelen erkennbar zum Pokalspiel in Wetzikon vor über einem Jahr: Auch damals war man die bessere Mannschaft, vermochte aber die Partie aus verschiedenen Gründen nicht vor dem Elfmeterschiessen zu entscheiden. Der – erfreuliche – Unterschied zu damals: Der FCW obsiegte diesmal in der Penaltylotterie, Gian Meili verwertete den finalen Versuch souverän. Zuvor hatte der letzte Winterthurer Schütze, Kapitän Steinbach, seinen Schuss übers Tor gesetzt. Ein Schelm, wer Böses denkt: Ausgerechnet jener Mann, der in der zweiten Halbzeit und insbesondere nach dem Ausgleich zum 2:2 mit Sticheleien in Richtung der Wiesendanger Fangemeinde aufgefallen war …
Dass der FCW überhaupt in diese Situation geriet, war – so klar muss es formuliert werden – einfach selbstverschuldet. Schon die 1:0-Führung zur Halbzeit war deutlich zu wenig. Die Gäste liessen nach schnörkellosen Angriffen reihenweise Gelegenheiten aus, während selbst beim einen Treffer Unterstützung des Gegners vonnöten war: Einen guten Freistoss Josh Tomas köpfelte Deny Huber via einem Winterthurer ins Tor. Doch spätestens nach Sämi Mistelis 2:0 nach einer runden Stunde schien die Partie gegen einen bis dato blassen und tief stehenden Gegner entschieden.
Hernach gab der FCW aber jegliche Kontrolle über das Spielgeschehen ab – es passte ins Bild, dass United auch gleich der Anschlusstreffer vom Punkt gelang, nach einem langen Ball und Foul von Huber. Was folgte, war leider absehbar: Die Partie wurde hektischer, und nach einem Einwurf landete das Leder zum Ausgleich im Wiesendanger Netz. Auch die Offensivbemühungen des FCW waren nun nicht mehr mit derselben Entschlossenheit und Präzision versehen wie vor dem Seitenwechsel – zu viele Ballverluste, gerade in gefährlichen Zonen, prägten seine Darbietung.
Dass man im Anschluss immerhin das Elfmeterschiessen für sich entschied, mag eine Erleichterung sein, zumal nun im Viertelfinale ein Teilnehmerfeld mit lediglich vier 2.-Ligisten aufwartet. Trotzdem werden Trainer und Mannschaft den Donnerstagabend noch aufarbeiten müssen. Sie hätten, meinte hinterher Sokol Maliqi, "eigentlich vor der Pause so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben". Nur: "Wir müssten zur Halbzeit mit zwei oder drei Toren Unterschied führen." Nach dem zweiten Treffer habe man nachgelassen, so Maliqi weiter – "aber immerhin haben wir unser Ziel erreicht". Sagte es, fuhr heim – und darf nun bereits die letzte Partie der Herbstrunde in Küsnacht vorbereiten. Dort will sein FCW am Samstag die englische Woche mit einem weiteren Vollerfolg perfekt machen.
Ramon Fritschi
Star man: Diesmal keine Einzelmaske, sondern das Kollektiv: Das Drehbuch – 2:0-Führung bei einem Unterklassigen verspielt – deutete eigentlich auf eine Niederlage im Penaltyschiessen hin. Doch der FCW liess sich nicht von den Pfiffen beirren und verwertete vier seiner fünf Versuche vom Punkt.
Das gab zu reden: Zwar verschoss der sonst sichere Deny Huber den ersten FCW-Elfmeter, der auch gut vom gegnerischen Torhüter pariert wurde. Doch die Auswahl der Schützen bestätigten Trainer Maliqi: Die Heimfans staunten etwa nicht schlecht, als Keeper Dario Zgraggen zu seinem Versuch anlief – und souverän zum 4:4 verwandelte. Kapitän Oehninger derweil war eigens fürs Elfmeterschiessen eingewechselt worden, und der ebenso eingewechselte Gian Meili zeigte beim entscheidenden Elfmeter keine Nerven.
Winterthur United 2:2 FCW, 4:5 n.P.
Talgut, 140 Zuschauer (rund die Hälfte aus W'dangen).
Tore: 31. Huber 0:1, 55. Sämi Misteli 0:2, 58. (P) 1:1, 72. 2:2.
Penaltyschiessen: 1:0 (Huber verschiesst), 1:1 (W'thur verschiesst, Misteli trifft), 2:2 (Oehninger), 3:3 (Nobs), 4:4 (Zgraggen), 4:5 (W'thur verschiesst, Meili trifft).
Nächstes Spiel: Sa. 15.11.25, 18:00 – Küsnacht vs. FCW, 2. Liga – Sportplatz Heslibach.
