Super Rob am Super Saturday!
zurück

Super Rob am Super Saturday!

Robin Oehningers Schlenzer ins Glück in der 89. Minute bescheren einem personell dezimierten FCW unbezahlbare, aber nicht unverdiente drei Punkte gegen den Leader aus Stäfa.

Als Kapitan Oehninger kurz vor Anbruch der Nachspielzeit geistesgegenwärtig registrierte, dass der Stäfner Keeper etwas weit vor seinem Tor stand, lenkte er einen gezielten Schuss – eine Mischung aus Schlenzer und "Chip" – perfekt zum 1:0 in die Maschen und verwandelte den Rietsamen in ein regelrechtes Tollhaus. Der Siegestreffer krönte eine starke zweite Halbzeit der Wiesendanger, die bei schwierigen Verhältnissen mehr fürs Spiel getan hatten. "Der Sieg", durfte also hinterher Sokol Maliqi bilanzieren, "geht in Ordnung". Und: "Wir standen dem Tor näher als Stäfa, wir wollten es heute mehr als der Gegner", so der Trainer weiter. Es sei zwar eine enge Partie gewesen, die auf beide Seiten hätte kippen könne, fügte er an.

Noch vor dem Seitenwechsel war der Wiesendanger Fangemeinde ein Spiel mit wenigen Chancen geboten worden, auch wenn beide Equipen einen Aluminiumtreffer zu verzeichnen hatten. Der FCW verteidigte aber zumindest solidarisch und gut, angefangen beim Innenverteidiger-Duo Fresneda/Huss. Man war versucht zu sagen, die Maliqi-Truppe habe die Gäste mit deren eigenen Waffen versucht zu schlagen, agieren doch die Zürcher aus einer sicheren Defensive heraus mit langen Bällen und auf Konter lauernd. Zu solchen kam der FCS kaum. Im zweiten Durchgang agierte der FCW mutiger, er zwang nun durch vermehrtes Anlaufen die Gäste zu Fehlern im Spielaufbau. Es ergaben sich so auch Gelegenheiten, etwa über Sharon Schäffeler oder Cerin Palladino. Ja, unser "Eins" zeigte sich spielbestimmend, doch gleichzeitig musste auch konzediert werden, dass Stäfa wohl die beste Möglichkeit der Partie ausliess, als einer ihrer Spieler das Kunststück vollbrachte, übers praktisch verlassene Tor zu schiessen.

Aber eben: Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Wiesendanger Sieg eine verdiente Sache. "Es war", so Maliqi, "eine massive Leistungssteigerung gegenüber der Niederlage in Brüttisellen". Basis dafür bildete eine von A bis Z solidarische, geschlossene Mannschaftsleistung. Doch auch individuell waren einzelne Akteure oder Szenen herauszuheben, ob Kapitän Oehningers Geniestreich zum 1:0 oder Luca Ostas starke Darbietung im Mittelfeld, der erstmals seit fast einem Jahr (5:0 gegen Bassersdorf) wieder ein Spiel über die komplette Distanz absolvierte. Und der junge Schäffeler durfte sich mit seiner Balleroberung einen entscheidenden Anteil am Siegestor gutschreiben lassen. Weiter geht es für den FCW mit einer englischen Woche mit zwei weiteren Heimspielen: Am Mittwoch wartet Bassersdorf im Cup, am Samstag steht das Derby gegen den neuen Tabellenführer aus Veltheim an.

Ramon Fritschi

Star man: Luca Osta. Schlug mehr seiner legendären Pirouetten als eine Ballerina auf Speed. Ein starker erster Auftritt über 90 Minuten: Ballsicher, stets anspielbar und nimmermüde. Kapitän Robin Oehninger für einen gewohnt kämpferischen Auftritt und seinen Geistesblitz zum 1:0 darf nicht unerwähnt bleiben.

Das gab zu reden I: Sämi Misteli mit Comeback von der Bank nach zweimonatiger Verletzungspause. War ein wichtiger Faktor in der Schlussphase, da schwer vom Ball zu trennen, was von der WBK entsprechend honoriert wurde. Welcome back! Dasselbe gilt für Deny Huber, der nach (kürzerer) Pause nach einer runden Stunde zurückkehrte, für einmal im Mittelfeld – und nicht minder wichtig, mit einer starken Zweikampf- und Luftduellquote.

Das gab zu reden II: Ein der Redaktion bekannter Mann musste im Rahmen einer verlorenen Wette seine Schuld einlösen: Er trug im Rahmen des "Super Saturday" das Trikot einer Mannschaft aus dem Westen Londons. Ein Glücksbringer für den FCW, wie es nach dem späten Siegestreffer mancherorts hiess, kann es aber nicht gewesen sein: Der spielt ja in weiss/schwarz …