Im achten Anlauf gewinnt der FCW sein erstes Meisterschaftsspiel in der Rückrunde: Er rettet am Mittwochabend im Direktduell gegen Brüttisellen ein 3:2 über die Zeit, nachdem er zur Pause noch mit drei Toren vorne lag.
Noch zur Halbzeit sah es danach aus, als spaziere der FCW regelrecht zu eminent wichtigen drei Punkten in diesem Abstiegsgipfel: Er führte nach drei Toren in nur acht Minuten in der Viertelstunde vor dem Seitenwechsel mit 3:0. Alle Treffer fielen nach schnellen und sauber herausgespielten Wiesendanger Gegenstössen, die erstmals im Frühjahr so etwas wie richtige Spielfreude auf dem Rietsamen ausstrahlten. Doch immer schwerer und müder werdende Beine – und Köpfe – im Verlauf der zweiten Hälfte trugen dazu bei, dass die Gäste doch noch zurück in die Partie fanden. Dies auch dank einer taktischen Umstellung, die den FCW wiederholt vor Probleme stellte. Ein Anschlusstor lag schon länger in der Luft: "Brütti" hatte nach der Pause zweimal Aluminium getroffen.
Man sah also in 90 Minuten gleichwohl zwei Wiesendanger Gesichter. Zu sagen war aber auch, dass der Vollerfolg über die komplette Spielzeit nicht unverdient war, zumal auch solidarisches Verteidigungshandwerk in einer hektischen Schlussphase Teil dieses Erfolgs bildete. Deny Huber etwa köpfelte einen hohen Ball nach dem anderen aus der Gefahrenzone. Wie schon gegen Herrliberg trugen auch die beiden "Leihgaben" aus der zweiten Mannschaft, Janis Brehm und Pascal Unterberger, mit ihrer Schnelligkeit und ihrem Zug aufs gegnerische Tor massgebend zu dieser Darbietung bei – Unterberger zudem mit dem wichtigen und technisch sauberen Treffer zum 1:0.
Auch einer wie Altmeister Robin Oehninger, Schütze des zweiten Tores nach orchestrierter Vorarbeit von Josh Toma und Sämi Misteli und an allen Treffern beteiligt, bot seine beste Vorstellung seit geraumer Zeit. Und wenn Toma, der den Konter zum 3:0 abschloss, auf der "Zehn" seine Spielfreude aufblitzen lässt, ist er zweifelsohne einer jener Akteure, die einen Unterschied erzwingen können. Dass Misteli zudem als Rechtsverteidiger ins Rennen geschickt wurde, sollte sich als cleverer Schachzug herausstellen. Und: Fabian Meli spulte ein enormes Pensum ab und liess sich von einer frühen Verwarnung nicht beirren, die ihn nun die nächste Meisterschaftspartie in Stäfa aussetzen lässt.
Hinterher freute sich Trainer Sokol Maliqi "zuerst einmal über die wichtigen drei Punkte", aber auch über: "Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind und die Tore erzielt haben", wie er es formulierte. Der FCW reist nun nach Kloten ans Cupfinal im Wissen, mit dem ersten Sieg des Frühjahrs in einem engen Tableau gleich drei Equipen überholt zu haben. Die ernste Lage im Tabellenkeller ist zwar noch längst nicht gebannt, doch zumindest darf man nun mit einem ruhigeren Gemüt das grosse Spiel am Pfingstsamstag in Angriff nehmen.
Ramon Fritschi
Star man: Erfreulicherweise gab es für einmal eine ganze Reihe von Kandidaten – darum nominieren wir deren zwei: Robin Oehninger für seine drei Scorerpunkte, Samuel Misteli für seine Darbietung auf ungewohnter Position (siehe "Das gab zu reden").
Das gab zu reden I: Sämi Misteli in der Startelf für einmal auf dem Posten des Rechtsverteidigers, wie in alten Winterthurer Zeiten. Gegen einen starken Gegenspieler fand er immer besser in die Partie und hinterlief in der Entstehung des 2:0 zum richtigen Zeitpunkt Josh Toma.
Das gab zu reden II: Pünktlich in der Woche des Cupfinals kehren Luca Osta und Cerin Palladino nach Verletzungspause zurück – und stehen gleich in der Startelf. Beide spielen sie eine saubere Partie und erhöhen die Optionen für den Trainer vor dem Samstag.
Telegramm: FCW 3:2 Brüttisellen-Dietlikon (3:0)
2. Liga, 21. Spieltag
Rietsamen – 220 Zuschauer
Tore: 31. Unterberger/34. Oehninger/39. Toma 3:0, 69./81. 3:2.
