Mit einem überzeugenden 5:0-Auswärtserfolg in Greifensee sichert sich der FCW am Samstagabend den Einzug in die 3. Runde des FVRZ-Cups. Es ist der nunmehr dritte Vollerfolg in Serie.
Selbst wenn der Anlass ein Cupspiel in der erst zweiten Runde statt eine Meisterschaftspartie war: Es durfte an diesem herrlichen Spätsommertag gleichwohl von einer gelungenen Revanche für den missglückten Auftakt auf dem Rietsamen vor einem Monat gesprochen werden. Der Sieg war diskussionslos und auch in seiner Höhe durchaus verdient. Gewiss, die Hausherren schienen bis kurz vor dem Halbzeitpfiff zumindest theoretisch noch im Spiel zu sein, da bis dato der zweite Wiesendanger Treffer nicht gefallen war. Doch als Nik Grabo nach einem Eckball doch noch ins Tor traf, stand der FCW zur Pause mit einem dem Spielverlauf entsprechenden 2:0-Vorsprung da, der zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd in Gefahr geraten sollte.
Grabo bildete zusammen mit Deny Huber und Zinedin Fresneda eine überraschende Dreierkette in der Abwehr, die schon in der Vorbereitung getestet worden war. Philipp Gfeller sowie Cerin Palladino nahmen in diesem System die Rollen der Aussenläufer ein. Und zu bilanzieren war, dass die Formation von Beginn weg gut funktionierte, angeführt von einem einmal mehr tadellosen Huber. Nicht minder wichtig war Yves Nobs dominante Darbietung im Mittelfeld, der sich für das erste Tor des FCW verantwortlich zeigte, als er eine Hereingabe Robin Wüsts, die noch von Tobi Meli verlängert wurde, am hinteren Pfosten trocken verwertete.
Greifensee, ein traditionell aufsässiger und unangenehmer Gegner, fiel im ersten Durchgang mit nicht einer ernsthaften Torchance auf. Das änderte sich auch nach der Pause nicht, denn Tobi Meli stellte mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern das vorentscheidende 3:0 sicher. Was folgte, war ein Schaulaufen, untermalt vom Auftritt des WK-Soldaten Robin Oehninger, der ins Spiel kam und innert sieben Minuten ein Doppelpack schnürte: Mal per Abstauber nach einem Kopfball Hubers, der vom Aluminium zurückgeprallt war, mal per wunderbarer Direktabnahme nach einer Massflanke Hubers (!) von links. Es passte ziemlich alles an diesem Samstagabend auf dem Grossriet.
Sokol Maliqi zeigte sich hinterher entsprechend zufrieden mit der Wiesendanger Darbietung. "Das Spiel", so der Trainer, "hat gezeigt, welches Potential in dieser Mannschaft steckt". Spielplan- und System seien voll aufgegangen, so Maliqi weiter. Und: "Wir schiessen gegen einen Gegner, der bekannt ist für seine Lufthoheit, den Grossteil der Tore auf Flanken oder Standards". Sein FCW scheint also nach schwierigem Start in die neue Saison immer mehr in die Gänge zu kommen. Nun gilt es, am Mittwoch im Nachholspiel in Glattbrugg die positive Entwicklung zu bestätigen.
Ramon Fritschi
Star Man: Yves Nobs für seinen dominanten Mittelfeldauftritt. Es könnte im selben Atemzug aber genauso gut Deny Huber genannt werden für seine fehlerlose Darbietung (mit Unterstützung seiner Kameraden) in der Dreierabwehrkette wie so manch anderer – logisch bei einem 5:0! Erwähnenswert auch Robin Oehningers Rolle als Joker und zweifacher Torschütze.
Das gab zu reden I: Die Dreierkette und der FCW – eigentlich kein match made in heaven. Man denke etwa nur zurück an die 1:4-Pleite Ende letzter Saison gegen Gossau. Doch an diesem Samstag harmonisierte das bereits in der Vorbereitung ausprobierte System perfekt, auch dank zwei laufwilligen Aussenläufern Palladino & Gfeller.
Das gab zu reden II: Was genau macht Innenverteidiger Deny Huber in der 75. Spielminute am linken Flügel?! Na klar – er bereitet das fünfte Tor vor!
Das gab zu reden III: Greifensee ist bekannt als heimstarke Mannschaft – und wenn sie verliert, dann eher knapp. Man muss schon drei Jahre zurückblicken, um die letzte FCG-Heimpleite mit fünf Toren Unterschied in den Geschichtsbüchern zu finden: Damals war es ein 0:5 gegen denn nachmaligen Aufsteiger aus Dübendorf.
