Der FCW dreht am Sonntagmorgen sein letztes Heimspiel vor der Winterpause in einer turbulenten Schlussphase noch zu seinen Gunsten: Joker Robin Wüst holt dabei einen Elfmeter heraus und erzielt die zwei weiteren Tore auf dem Weg zu einem 3:2-Erfolg gegen Wald gleich selbst.
Es war ziemlich was los auf dem Rietsamen, als Robin Wüst kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit nach Vorarbeit von Josh Toma zum vielumjubelten 2:1 für den FCW einschoss. Ein prominenter Anwohner berichtete gar davon, bis an seinen Wohnsitz - mehrere hundert Meter Luftlinie entfernt – lautstarke Ausbrüche von Glückseligkeit registriert zu haben. Es war in der Tat zu sagen, ein kollektiver Stein sei sowohl Mannschaft und Staff als auch der Fangemeinde vom Herzen gefallen, als Wüst nur wenige Minuten später den schliesslich entscheidenden dritten Treffer markierte, nachdem er den herauseilenden Torhüter umspielt hatte. Ein kurz vor Abpfiff verwandelter Elfmeter der Gäste änderte nichts mehr an der Tatsache, dass die drei Punkte auf dem Rietsamen verblieben.
Ein solcher Penalty war es auch, der am Ursprung des FCW-Comebacks stand: Der erst rund zehn Minuten zuvor eingewechselte Wüst war von seinem Gegenspieler klar von den Beinen geholt worden, den fälligen Elfmeter nutzte Sämi Misteli zum Ausgleich. Dass Sokol Maliqi mit weiterhin dezimiertem Kader zumindest von der Bank aus "nachlegen" konnte, war wohl der entscheidende Unterschied zur Derbyniederlage in Seen. "Es ist halt", formulierte es der Trainer hinterher, "für einen müder werdenden Gegner nicht einfach, wenn wir Spieler wie Nobs, Welwolo oder Wüst von der Bank bringen können". In der Tat spielte gerade auch einer wie Welwolo eine Rolle in der Wiesendanger Wende, da er mit seinem Tempo Räume aufrissund Eins-gegen-Eins-Situationen provozierte – etwa direkt nach Wiederanpfiff, als er eine grosse Gelegenheit für Josh Toma vorbereitete.
Gleichwohl muss angemerkt werden, dass es lange danach aussah, als würde der FCW vergebens einem ärgerlichen Gegentor nach einer halben Stunde hinterherlaufen. Der erste Durchgang war nicht grundsätzlich schlecht, aber in teilweise ungewohnter Besetzung eben auch nicht mit der "grinta"untermauert, die in der aktuellen Wiesendanger Situation vonnöten ist. "Man darf nicht vergessen", erinnerte Maliqi später, "dass wir mit einer Niederlage nun unter dem Strich stünden". Der Blick auf die Tabelle sieht in einer dicht besiedelten zweiten Tableauhälfte immerhin etwas angenehmer aus. Mit dem Cup-Achtelfinale bei 3.-Ligist Winterthur United und der finalen Vorrundenpartie in Küsnacht will unser "Eins" nun die Vorrunde noch mit zwei positiven Auftritten abschliessen. Im Sinne der Pulswerte in der Fangemeinde wären auch weniger turbulente Spiele wünschenswert …
Ramon Fritschi
Star man: Robin Wüst. Zwei Tore und ein herausgeholter Elfmeter in etwas mehr als 15 Minuten Spielzeit – ein offensichtlicher Kandidat für den Man of the Match. Eine Erwähnung aber auch an Simon Huss, der einmal mehr eine saubere Darbietung in der Innenverteidigung ablieferte.
Das gab zu reden: Bereits um 10 Uhr morgens war der Rietsamen bereits wieder bestens besucht, und die WKB war wohl selten mit einem derartigen Aufgebot an (verletzten) „Eins“-Akteuren bestückt. Der Autor entschuldigt sich an dieser Stelle noch für das verschüttete Bier im Rahmen der Feierlichkeiten rund um das 2:1 – der betroffene Akteur weiss Bescheid …
FCW 3:2 FC Wald (0:1)
Rietsamen, 240 Zuschauer.
Tore: 29. 0:1, 86. Sämi Misteli (P) 1:1, 88./93. Robin Wüst 3:1, 94. (P) 3:2.
Nächstes Spiel: Do. 13.11.25, 20:15 - Winterthur United vs. FCW, Cup 1/8 – Sportplatz Talgut/Deutweg.
