Der FCW verliert auch seine erste Auswärtspartie der neuen Saison: Er unterliegt – so ziemlich unnötig – in Embrach trotz spielerischer Überlegenheit.
Am Ende rannte Wisi nochmals an, drückte Embrach hinten rein – doch wie so oft an diesem Nachmittag fehlten die nötige Präzision, aber auch mehr Tempo und Direktheit im offensiven Vortrag. Unzählige hohe Bälle vermochte die grossgewachsene Heimmannschaft problemlos abzuwehren. So stand am Ende eine Niederlage, die alles andere als zwingend war – aber irgendwie auch logisch, wenn man wie der FCW mehrere gute Gelegenheiten im ersten Durchgang nicht zur Führung nutzt. "Wir haben uns", bilanzierte hinterher Trainer Sokol Maliqi, "gegenüber Greifensee gesteigert, waren die spielbestimmende Mannschaft". Aber: "Die Chancenverwertung ist sicherlich noch mangelhaft, wir hatten genug davon, um die Partie vor dem Rückstand in die gewünschten Bahnen zu lenken", fügte er an.
Umso ärgerlicher, dass Embrach nach dem Seitenwechsel ein Doppelschlag gelang, nachdem der FCW innert Minuten gleich drei gefährliche Torraumszenen herausgespielt hatte. Mal wurde ein Versuch Tobi Melis geblockt, mal segelte ein Kopfball Pipo Gfellers nur knapp über die Querlatte, und zuletzt parierte der Embri-Goalie einen Freistoss von Zizou Fresneda. Beim ersten Gegentor nach einem Ballverlust wurde der pfeilschnelle Sandro Huber in Szene gesetzt, der Gfeller aussteigen liess. Nur Minuten später wurde ein Eckball in der Mitte unhaltbar für Dario Zgraggen abgelenkt.
Immerhin raffte sich der FCW nach einer kurzen Schockstarre bei hochsommerlichen Temperaturen wieder etwas auf. Timon Welwolo und Robin Wüst brachten neuen Schwung von der Bank, und letzterer zeigte sich rund 20 Minuten vor Ende für das Anschlusstor verantwortlich: Ein strammer Schuss unters Tordach nach Assist von Tobi Meli. Keine Minute später hatte Tobi gar den Ausgleich auf dem Fuss. Wäre in dieser Phase ein weiteres Wiesendanger Tor gefallen, hätte so mancher gar auf einen Auswärtssieg gewettet. Doch in der Schlussphase wurde das Spiel hektisch mit vielen Ballverlusten und Kontersituationen hüben wie drüben – ohne hochkarätige Ausgleichschancen für den FCW.
Somit muss die erste englische Woche mit dem Heimspiel gegen Glattbrugg (Donnerstag) punktlos in Angriff genommen werden. Maliqi will jedoch kühlen Kopf bewahren und sah in beiden Spielen "anständige Leistungen, die jeweils ein Remis verdient hätten", wie er es formuliert. Es gebe keine Tendenzen, die einen negativen Trend untermauern würden, so der Cheftrainer. Und: "Ich vertraue den Jungs und ihren Qualitäten".
